WikiLeaks

logo_wikileaks_200Wikileaks hat für kurze Zeit die Weltpolitik erschüttert. Nicht nur Vertreter der amerikanischen Regierung bezeichneten die unautorisierte Veröffentlichung von diplomatischer Korrespondenz im November 2010 als eine Bedrohung für die nationale und internationale Sicherheit. Aber wie gefährlich ist WikiLeaks wirklich? Und hat sich das "Problem" mit dem schleichenden Untergang von WikiLeaks erledigt?

Dieser Frage widmete sich im Sommersemester 2011 ein von Nicole Deitelhoff, Christopher Daase und Thorsten Thiel geleitetes Seminar an der Universität Frankfurt (Seminarplan). Die Erkenntnisse dieses Lehrforschungsprojektes sind eingegangen in einen wissenschaftlichen Workshop über das Phänomen des Leaking und werden in Form von Blogeinträgen auf dieser Seite einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Zentral ist dabei die Frage, welche "Kosten" durch Leaking für die Sicherheit der Staaten und die Weltgemeinschaft einerseits und welcher "Gewinn" für die internationale Transparenz und Rechenschaftspflicht andererseits entstehen. Denn der Hype um WikiLeaks mag vorüber sein, aber die Herausforderung bleibt: Die unauthorisierte Veröffentlichung als geheim klassifizierter Informationen im Internet ist zu einem globalen Kulturphänomen geworden, bei dem die offizielle Politik des Staatsgeheimnisses angegriffen und Staaten durch gezielte Veröffentlichungen zu mehr Transparenz gezwungen werden. Die politischen Einschätzungen dieses Phänomens gehen weit auseinander: Die einen sehen darin eine Bedrohung der globalen Sicherheit, andere ein anmaßendes Blockieren repräsentativer Demokratie und wieder andere eine neue Form zivilen Ungehorsams. Auch die Vorschläge, wie mit diesem Phänomen umzugehen ist, variieren. Während manche strafrechtliche Verfolgung bis hin zur Todesstrafe für Whistleblower propagieren, fordern andere die Schaffung unregulierter Freiräume für die zivilgesellschaftliche Gegenmachtbildung. Klar ist nur, dass bevor rechtliche Schritte unternommen und Gesetze erlassen werden, eine gesellschaftliche Debatte über den Nutzen und Nachteil des Leaking stattfinden muss.

Neben den Blogbeiträgen wollen wir auch weitere Ressourcen zum Themenkomplex WikiLeaks zugänglich machen, die im Kontext des Seminars entstanden sind. Eine kommentierte Linkliste sowie eine Liste mit wissenschaftlicher Literatur zum Phänomen des leaking. Beide Seiten werden kontimuierlich ergänzt und gewartet. Vorschläge und Anregungen nehmen wir gerne entgegen [mail].

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