Syrien und die Verantwortung internationaler Politik

Fokus_Syrien_180Seit über zwei Jahren herrscht in Syrien ein Bürgerkrieg, der eine humanitäre Katastrophe zur Folge hat und der die Stabilität einer ohnehin schon fragilen Region durch Flüchtlingsströme und grenzüberschreitend operierende Milizen bedroht. Schon seit Beginn des Konflikts wird diskutiert, ob die internationale Gemeinschaft auch militärisch eingreifen soll. Nach einem Giftgas-Einsatz vom 21. August 2013 sind nun aber nicht nur beim amerikanischen Präsidenten Obama rote Linien überschritten. Trotz zwischenzeitlichem Aufwind für weitere diplomatische Lösungsansätze scheint sich zur Zeit doch die militärische Logik durchzusetzen.

Durch die Diskussionen und politischen Verwerfungen um den richtigen Umgang mit der Situation in Syrien steht auch die Responsibility to Protect (die Schutzverantwortung der internationalen Gemeinschaft, Bevölkerungen vor systematischer staatlicher Unterdrückung zu schützen) wieder im Blickfeld der öffentlichen wie der akademischen Diskussion. Der internationale Umgang mit der Schutzverantwortung war schon immer auch ein Schwerpunktthema auf unserem Blog, und auch in der Syrienkrise bündeln sich viele grundsätzliche Fragen der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik wie in einem Prisma. Daher haben Julian Junk und Philipp Offermann diese offene Artikelserie als thematischen Fokus zur Syrienkrise und der Verantwortung internationaler Politik zusammengestellt.

Logo der Blogreihe: Syrian soldier aims an AK-47 von Tech. Sgt. H. H. Deffner, Streitkräfte der Vereinigten Staaten, Lizenz: gemeinfrei

Beiträge:

Christoph SchlimpertChristoph Schlimpert

Das Syrien-Dilemma zeigt: Die Suche nach der am wenigsten schlechten Lösung muss früh beginnen

Christoph Schlimpert studierte Internationale Studien/Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt am Main und ist stellvertretender Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation Genocide Alert.


Marco FeyMarco Fey

Das Ende einer Ära? Was das Nein zum Einsatz militärischer Gewalt in Syrien für die britische Interventionspolitik bedeutet

Marco Fey (@marco_fey) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Er beschäftigt sich mit Rüstungskontrolle und amerikanischer Außen- und Sicherheitspolitik.


Christopher DaaseChristopher Daase

Die Legalisierung der Legitimität – Zur Kritik der Schutzverantwortung als emerging norm

Christopher Daase ist Professor für Internationale Organisation an der Goethe-Universität Frankfurt und Leiter des Forschungsprojekts “Sicherheitskultur im Wandel”.


Wolfgang SeibelWolfgang Seibel

Diverging Worldviews, Improvable Strategies – German-Russian Relations and the Syrian Crisis

Wolfgang Seibel ist Professor für Innenpolitik und öffentliche Verwaltung an der Universität Konstanz. Er ist zudem Adjunct Professor an der Hertie School of Governance in Berlin.


Lothar BrockLothar Brock

Syrien und der Schutz vor Massenverbrechen. Tod, Scheintod und Neuanfang der R2P

Lothar Brock ist Professor emeritus für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen an der Goethe-Universität Frankfurt sowie Projektleiter an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung.


Andreas BockAndreas Bock

Syrien braucht eine Verhandlungslösung – trotz Assad, zum Schutz der Menschen!

Andreas Bock ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Er blogt selber im Just Security Blog.


Gerrit KurtzGerrit Kurtz

Weder effektiv noch legitim – die Ziele eines Militärschlags in Syrien

Gerrit Kurtz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Global Public Policy Institute in Berlin und forscht dort im Projekt Global Norm Evolution and the Responsibility to Protect.


Bruno SchochBruno Schoch

Hilfreiche Drohung

Bruno Schoch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF).


Una Becker-JakobUna Becker-Jakob

Erst Einsatz, dann Abrüstung – Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg

Una Becker-Jakob ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Programmbereich 'Sicherheits- und Weltordnungspolitik von Staaten' an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF).


Gerben StormbroekGerben Stormbroek

The party of God. Hezbollah and the conflict in Syria

Gerben Stormbroek is a journalist and political analyst from the Netherlands. He writes political analyses for the Netherlands Atlantic Association and the Netherlands Institute of International Relations ‘Clingendael’.

 

In diesem Zusammenhang noch der Hinweis auf eine in diesen Tagen erscheinende Veröffentlichung des Projektes "Sicherheitskultur im Wandel": ein von Christopher Daase und Julian Junk herausgegebenes Sonderheft der "Friedens-Warte - A Journal of International Peace and Organization" (Jahrgang 88 / Heft 1-2) befasst sich mit dem Thema "Internationale Schutzverantwortung – Normative Erwartungen und politische Praxis".

5 Kommentare

  1. Hier noch der Link zu einer sehr einschlägige Analyse unserer Kollegen Thorsten Gromes und Matthias Dembinski (beide Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung), die letzte Woche in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht wurde:

    „Syrien – Mit Waffen kaum zu lösen:

    Angesichts des grausamen Bürgerkrieges und eines unmenschlichen Giftgasangriffs erscheint der Wunsch nach einer starken Antwort auf das Handeln des Assad-Regimes verständlich. Aber ist eine militärische Reaktion auch kluge Politik? Eine Analyse.“

    http://www.fr-online.de/syrien/syrien-mit-waffen-kaum-zu-loesen,24136514,24154978.html

  2. Ein toller Bericht, ich bin jedoch der Meinung das vor allem Europa und damit auch Deutschland mehr in der Angelegenheit tun muss um endlich Ordnung und Frieden in das Land zu bringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.